Prägungen verleihen Designs Tiefe, Struktur und Wertigkeit. Je nach Technik entstehen unterschiedliche visuelle und haptische Effekte: von zurückhaltend elegant bis markant und expressiv zeigen die Prägearten ihren eigenen Charakter.
Wir geben hier einen Überblick über die verschiedenen Prägetechniken, denn die richtige Wahl entscheidet darüber, wie eine Drucksache wahrgenommen wird.
Letterpress
Beim Letterpress wird eine Druckform (bei uns sind Photopolymer-Klischees der Standard) eingefärbt und mit hohem Druck tief ins Papier gepresst. Das Ergebnis ist eine deutlich spürbare Prägung mit der charakteristischen Tiefe. Farblich sind hier (fast) keine Grenzen gesetzt: Im Pantone uncoated- und HKS N- Universum ist so ziemlich für jeden Wunsch die passende Farbe dabei. Beachten sollte man hier, dass die Farben lasierend und daher nicht komplett deckend und für dunkle Papiere eher ungeeignet sind.
Bei kleineren Elementen (also nicht formatfüllend) ist es möglich, ein negatives Motiv umzusetzen, bei dem der Hintergrund gefärbt und tiefgeprägt ist und z.B. eine Schrift im Papierweiß erhaben stehen bleibt. Hierbei sollten aber stabile Schriften und Linienstärken genutzt und viel Platz zwischen den aussparenden Elementen gelassen werden.
Farblose Tiefprägung vs. Semitransparent
Oft wird der Wunsch nach einem farblosen Letterpress geäußert , auch “Blindprägung tiefgeprägt” genannt, was wir sehr begrüßen, denn die Prägung ist ja DAS Charakteristikum das wir alle lieben. Aber nicht jede Grafik ist ideal für eine farblose Prägung geeignet. Unsere Antwort darauf: Semitransparent. Anstatt ganz farblos zu prägen, geben wir einen Hauch Farbe in die Maschine und erzeugen so eine helle, kaum sichtbare Tönung.
Dies hat drei Vorteile:
• Stabiler Kontrast bei jedem Lichteinfallswinkel
• Stärkere Tiefenwirkung der Prägung
• Sichtbares Druckbild auf allen Materialien (z.b. bei Materialmix innerhalb einer Druckproduktion)
Bei fetten Schriftschnitten oder massiveren Grafiken funktioniert die komplett farblose Prägung meistens sehr gut. Hier ist eine hohe Papierstärke empfehlenswert, damit in der Maschine ordentlich Druck gegeben werden kann.
Unsere Standard-Herangehensweise in der Produktion: Wir nehmen dein Layout gerne erst farblos in die Maschine und wägen dann während des Prozesses ab, ob unser Semitransparent zum Einsatz kommt.
Blindprägung hochgeprägt
Der Unterschied von Hoch- und Tiefprägung liegt im Prozess vor allem an der Druckform. Die Hochprägung benötigt ein spezielles zweiteiliges Prägewerkzeug, welches das Motiv von der Rückseite aus hochpresst. Man sieht also auf der Rückseite eine klare tiefliegende Spiegelung des Motivs, im Gegensatz zum farblosen Letterpress, bei dem die Gegenseite maximal eine leichte Spur hinterlässt (z.B. bei geringeren Papiergrammaturen).
Die Hochprägung kann nicht im gleichen Druckvorgang eingefärbt werden. Dazu müsste vorab flach vorgedruckt werden.
Wünscht du dir für dein Druckprodukt eine Hochprägung, schreib uns gerne per Mail eine Anfrage und wir prüfen, ob das Layout umsetzbar ist oder geben dir Empfehlungen.
Beidseitige Prägung
Wird auf einem Druckprodukt eine beidseitige Prägung gewünscht, ist es in unserem Standardprozess so, dass eine Seite eher flacher erscheint und die andere Seite stärker geprägt ist. Das liegt daran, dass der zweite Druckgang den ersten wieder “ausbügelt”.
Liegen die Druckelemente der beiden Druckseiten genau gegeneinander, ist der Prägeeffekt auf einer Seite sogar nahezu gar nicht vorhanden.
Wir gehen im Standard davon aus, dass bspw. bei einer Visitenkarte die Logo / Motivseite eines Druckproduktes die starke Prägung erhalten soll und die Kontaktdatenseite eher flacher erscheint. Wir nehmen aber gerne Wünsche für die Prägetiefe entgegen und melden uns bei Fragen bei unseren Kunden und checken gegen. Wir empfehlen dringend, bei beidseitigen Produkten Papiere ab 600 g/qm aufwärts zu wählen.
Umgehen lässt sich die Problematik der beidseitigen Prägung, indem wir das Material aus halber Stärke nutzen und nach dem Druck gegeneinander kaschieren. So ist auf beiden Seiten die gleiche Prägetiefe vorhanden. Wünscht du diese Produktionsweise, bei der auch verschiedene Papiere auf beiden Seiten genutzt werden können, melde dich gerne mit deiner Anfrage individuell bei uns, denn die Produktion ist etwas aufwändiger.
Kissprint
Möchtest du explizit auf deinem Druckprodukt keine Prägung haben, um z.B. einen gewollt wolkigen Hintergrund oder einen stärkeren Kontrast verschiedener Elemente im Motiv zu erzielen, können wir die Prägetiefe auch komplett zurückfahren. Dies wird auch Kissprint genannt – die Druckform küsst das Papier nur leicht. Hierbei solltest du aber beachten, dass der Farbauftrag im Letterpress einen gewissen Anpressdruck benötigt um gleichmäßig zu erscheinen. Meld dich mit deinem Wunsch gerne vor Bestellung bei uns per Mail, damit wir dir die Umsetzbarkeit bestätigen können.
Heißfolienprägung
Der Druckprozess unterscheidet sich zum Letterpress dahingehend, dass hier mit einem beheizten Metallklischee geprägt wird. Dieses wird nicht eingefärbt, sondern löst die Pigmente eines in der Maschine eingespannten Folienträgers aus und presst die Pigmente in das Material. Das Ergebnis ist ein glänzender oder matter Effekt mit deckenden Farben.
Vorteil ist hier ganz klar die elegante Wirkung und die Bedruckbarkeit von dunklen und farbigen Papieren.
Hitzeprägung
Die Hitzeprägung arbeitet wie die Heißfolienprägung mit einem beheizten Metallklischee – nur das hier kein Folienträger in die Maschine gespannt wird, sondern das Klischee direkt auf das Papier presst. Es entsteht eine klare, farblose Prägung und durch die Hitze wird die Papierstruktur geglättet, was vor allem bei strukturierten Papieren einen schönen Kontrast erzeugt. Im Vergleich zum farblosen Letterpress sind hier feinere Schriften umsetzbar und das Motiv erhält eine schärfere Prägekontur.
Schraffur, Guillochen & Co.
Möchtest du deinem Druckprodukt ein Siegel oder einen besonderen exklusiven Eindruck durch eine Schraffur oder Guillochenstrukt verleihen, eignen sich vor allem die beheizten Prägearten. Je nach Feinheit der gewünschten Struktur können wir dies aber auch im Letterpress mit einer feineren Druckform erstellen. Lass uns hierzu sprechen, denn die mögliche Umsetzung ist stark vom Motiv abhängig.
Das könnte dich auch interessieren:
Letterpress vs. Heißfolienprägung
Unsere Druckverfahren
Ob crafty Understatement oder elegant und glamourös – in unseren Prägedruckverfahren ist alles möglich. Lerne hier die Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten kennen.
Unsere Papierauswahl
Feinstpapiere und Recyclingkarton
Die Top-Auswahl an hochwertigen Feinstpapieren macht Letterpresso zum Online-Anbieter Nr. 1 für anspruchsvolle Kreative.
Get inspired
Galerie
Lass dich inspirieren und entdecke kreative Einsatzmöglichkeiten beim Blick auf unsere liebsten Produktionen der Vergangenheit.