Gestaltung von Letterpress- und Heißfolienprodukten Dos und Dont's
Letterpress und Heißfolienprägung sind außergewöhnliche Drucktechniken, die durch Haptik, Präzision und Materialität überzeugen. Damit das Designergebnis genauso hochwertig wird wie die Technik an sich, sollten bei der Gestaltung einige wichtige Grundregeln beachtet werden:
Typografie
Serifenlose Schriften oder Schriften mit stabilen Serifen sind meist der richtige Weg, um den besten Prägeeffekt zu erhalten ohne Verlust der Lesbarkeit.
Bei sehr fetten oder gestauchten Schriften mit wenig “Luft” laufen wir Gefahr, dass der Text durch die Materialverdrängung im Prägevorgang zuquetscht und unsauber erscheint.
Bei sehr feinen Schriften oder Serifen sollte auf unsere Mindeststrichstärke von 0,25 pt für den Letterpress und 0,35 pt für die Heißfolienprägung geachtet werden.
Grafische Elemente & Layout
In beiden Drucktechnik sind klare Liniengrafiken ideal und Elemente mit sehr kleinen Flächen gut umsetzbar. Wichtig ist, dass die Grafiken ohne Rasterungen und Verläufe auskommen, denn das ist im Prägedruck nicht umsetzbar. Dementsprechend sind Fotos nicht übertragbar. Wir bevorzugen Vektordaten, aber auch Pixeldaten mit 1.200 dpi als Bitmap sind reproduzierbar. Hier ist darauf zu achten, dass die Kanten scharf sind und keine “Pixeltreppen” erscheinen, denn die werden durch den Prägeeffekt verstärkt und unsauber.
Große Vollflächen sollten möglichst vermieden werden, da der Farbübertrag hier sehr wolkig erscheinen kann. Das kann ganz cool crafty aussehen, muss aber gewollt und bewusst eingesetzt werden. Durch den flächigen Anpressdruck geht ein spitzer Prägeeffekt, wie z.B. bei einer Liniengestaltung, verloren.
Auf randabfallende Elemente sollten komplett verzichtet werden, da diese zu einer unsauberen Schnittkante führen können. Zudem ist bei randabfallenden Elementen kein Farb-/Folienschnitt sauber umsetzbar.
Farben & Raster
Wir drucken immer mit 100% Volltönen; im Letterpress Pantone uncoated oder HKS N, in der Heißfolienprägung mit Prägetransferpigmenten. Wie oben beschrieben sind hier keine feinen Graustufenraster umsetzbar. Was aber umsetzbar ist, sind grobe Halbtonraster, die gezielt im 100% Ton angelegt werden. So können innerhalb eines Druckgangs grobe Farbstufen erzeugt werden. Wir empfehlen nicht unter 0,4 pt Punkt-/Zwischenraumstärke zu gehen.
Ein weiterer Trick für besondere Farbeffekte ist der Übereinanderdruck von zwei Farben im Letterpress. Unsere Druckfarben sind lasierend und werden daher von weiteren Druckfarben oder der Papierfarbe beeinflusst. So kann man bei cleverem Einsatz von zwei Farben gratis eine Dritte Mischfarbe erhalten.
Weißraum
Nicht nur zwischen den Zeichen und grafischen Elementen sollte ordentlich Platz sein. Im ganzen Layout sollte das Motto “Weniger ist mehr” herrschen, denn eine reduzierte Gestaltung sorgt dafür, dass Papier und Prägung optimal zur Geltung kommen.
Bei sehr klobigen Designs droht das Papier zu verformen, schließlich kommen einigen Tonnen Druck auf den kleinen Druckbogen.
Fazit:
Wer reduziert und mit Klarheit gestaltet, Materialien respektiert und in Szene setzt und Details Raum zum Atmen gibt, wird mit einem Druckergebnis belohnt, das man nicht nur sieht, sondern auch fühlt.
Wenn du unsicher bist, ob dein Design für den Letterpress oder die Heißfolienprägung geeignet ist, schicke uns gerne vorab eine Email an hello@letterpresso.com mit der Bitte um Umsetzbarkeitsfeedback.
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